Unterschiede
der frohen Botschaften (Evangelien) an die Gläubigen aus der Beschneidung und
der Nichtbeschneidung (Anwendung der "Schriftteilung": 2.
Tim. 2:15)
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Beschneidung
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Nichtbeschneidung
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Lehrer |
Jesus und dann Petrus verkünden Evangelium der Beschneidung |
Paulus verkündet
Nationen das Evangelium der Nichtbeschneidung |
Eph.3:2-3, 7-9 |
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Gesetz... |
...gegeben und Gott bewirkt in den Gläubigen, dass es gehalten werden kann |
...nicht gegeben |
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Verheißungen und Aufgaben im äonischen Leben (während der kommenden beiden Äonen) |
Irdische Erwartung
Verheißungen an Abraham werden sich an Israel erfüllen
Königreich auf Erden wird wiederhergestellt
Erleben 1000-jähriges Reich (nächster Äon) auf der jetzigen Erde und das Neue Jerusalem auf der neuen Erde (letzter Äon)
Nationen werden durch die Gläubigen aus Israel gesegnet
Verkündung Gottes den Nationen auf der Erde: Durchführung des Missionsbefehls |
1.Mose 12:3, 49:10, |
Himmlische Erwartung
Königreich in den Himmeln
Entrückung in die Himmel
Verkündung Gottes den Gewalten des Himmels |
Phil.3:20-21, |
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Glaubensbeginn |
Wiedergeburt durch Christus (Wiederbelebung des alten Bundes) |
Neuschöpfung in Christus (kein Bezug auf ältere Verheißungen) |
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Taufe |
Mit Wasser und Geist |
Nur
mit Geist; |
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Die große Drangsal... |
...muss durchlebt werden, auch mit Verlusten. Sie erwarten Retter erst nach Drangsal |
... wird nicht erlebt, vor dem Zorn gerettet |
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Symbol für die Beziehung zu Gottes Sohn während des zukünftigen äonischen Lebens |
Braut des Lammes (Jesu): Nach der Zeit der Scheidung gibt es eine Wieder-vereinigung (Heirat) |
Körper des Christi: Jesus Christus ist der Kopf, die Gläubigen die Glieder |
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Nach dem Erkennen der unterschiedlichen Zielgruppe werden auch andere Eigenheiten der Paulusbriefe erklärlich. Jesu Lehren auf der Erde sind bei Paulus nicht mehr Gegenstand seiner Betrachtung, da sie ja nur der Auswahl aus Israel gelten (Mt 15:24; 10:5,23 ). Die Worte Jesu kommen daher in den Paulusbriefen überaus selten vor (1. Kor. 7:10; 9:14; 15:2011:24, 1.Thess. 4:15). Bezeichnenderweise benutzt Paulus auch den Namen des irdischen Jesus äußerst selten (nur 15mal), statt dessen verwendet er vor allem (378mal) den Titel des erhöhten "Gesalbten": Christus, der ihm ein bis dahin unbekanntes Evangelium enthüllte (Eph. 3:2f), mit dem gekreuzigten Jesu und auferstandenen Christus als Mittelpunkt! Ein Jesustum verkündet Paulus nicht! Manche Gebräuche in Kirchen und Gemeinden resultieren daraus, dass man Aussagen für Israel auf die Gemeinde (Nationen) anwendet. Einige Beispiele dazu, welche Auswirkungen die fehlende Unterscheidung zwischen zwischen Israel und der Gemeinde auf die Kirche gehabt hat [51, S.45]: Selbst ins Liedgut kann dieses falsche Verständnis hineinwirken:
Während Paulus den Christus in uns verkündet und von himmlischer Erwartung spricht, verkündet Jesus Israel das nahende Königreich auf Erden (Millennium), das sich aber aufgrund der Nichtannahme Seiner Person und letztlich der Kreuzigung des Gottessohnes auf unbestimmte Zeit verschiebt. In diese "Pause" wirkt Paulus mit seinem anderen, nur ihm gegebenen Evangelium für die Nationen, das er direkt von Christus erhalten hat (Gal. 1:12, 2:7; Eph. 3:2-6). Nur dieses Evangelium konnte die Kreuzigung Jesu und dessen Auswirkung zur Basis haben, weswegen diese neuen Inhalte in dieser Klarheit vorher unbekannt waren (wie die Allaussöhnung mit der gesamten Menschheit).
Konsequenzen für das Gemeindeleben
Beide Lieder bringen die Freude der gläubigen Juden aus der Zeit des Alten Testaments zum Ausdruck, wenn sie zum Tempel gingen und dort Gott lobten. Gegenüber den Erlösten aus der jetzigen Zeit hatten sie jedoch einen entscheidenden Nachteil: Mit Ausnahme der Priester durfen die Juden nicht ins Heiligtum hineingehen. Während sie also nur "in den Vorhof" treten und "vor deinem Tempel" anbeten konnten, haben die Erlösten aus den Nationen heute ein gewaltiges Vorrecht: Sie dürfen unmittelbar zum himmlischen Vater durch Jesus Christus kommen.
Vielfach ist auch von Jesus als König die Rede und vom Aufbauen des "Reichs". Momentan ist aber Christus nicht unser König, sondern Christen leben jetzt in einem sehr viel persönlicheren Verhältnis zu Christus, Christen sind "in Christus" (Römer 8:1). Jesus wird erst wieder im Millennium König sein (Offb. 21:6). Christen bauen auch nicht an einem irdischen Reich, wie es nach wie vor den gläubigen Juden verheißen ist, sondern sie haben eine himmlische Erwartung (s.o.).
Werden diese Unterschiede vernachlässigt, kann die Bibel kaum recht verstanden werden. Wichtig ist zu erkennen: Das Ziel der Gemeinde ist die Entrückung in den Himmel, das Ziel Israels auf der Erde.
Als der Herr Jesus beispielsweise mit seinen Jüngern über die Zukunft sprach, war deren heilsgeschichtliches Denken und Endzeiterwartung vom Alten Testament her geprägt. Sie waren Juden und erwarteten das sichtbare Reich Gottes auf der Erde. Wenn die Jünger daher fragten "Was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters" (Matth. 24:3), meinten sie damit nicht natürlich nicht die Entrückung, sondern das Kommen Jesu zum Aufrichten seines Reichs.
Dies gilt auch für Matth. 24:14, wonach das Evangelium des Reiches allen Völkern gepredigt wird, bevor das Ende kommt. Bezieht man diese Aussage auf die Entrückung, könnte es heute noch nicht dazu kommen, weil das Evangelium noch längst nicht alle Völker erreicht hat. Der Hintergrund ist auch hier, dass von seinem Kommen zum Aufrichten des Reichs die Rede ist, und daher erst zu diesem Zeitpunkt das Evanglium zu allen Völkern vorgedrungen sein wird.
Und in Matth. 25:31 wird das Gericht Christi beschrieben, das nach seinem Kommen in Macht und Herrlichkeit auf der Erde stattfinden wird. Der Herr wird die Menschen dabei wie die Schafe von den Böcken trennen. Manche vertreten die Ansicht, die Gläubigen unserer Zeit seien die Schafe zur Rechten Jesu. Man muss hier jedoch beachten, worum es bei dem in dieser Stelle beschriebenen Gericht geht. Das Gericht geschieht zu Beginn des 1000-jährigen Reiches. Es betrifft die Frage, wer von den zu diesem Zeitpunkt auf der Erde lebenden Menschen ins Reich Gottes eingehen darf und wer nicht. Für die Gemeinde geht es heilsgeschichtlich jedoch gar nicht um den Eingang ins irdische Reich Gottes, sondern um den Eingang ins himmlische Vaterhaus (Joh. 14:2-3; Phil. 3:20). Sie können daher mit den Schafen nicht gemeint sein [51, S.42].
Viele Mißverständisse werden also vermieden, wenn unterschieden wird, welche Heilskörperschaft gerade angesprochen wird.
Siehe auch:
[12] Hering, Karl Fr.: Die biblische Schau - Gottes Plan für dieses Zeitalter und die Stellung und Aufgabe der Gemeinde darin im Unterschied von Israel und den Völkern, Verlag R. Brockhaus, Wuppertal-Elberfeld, 1947 [14] Prolingheuer, Wilhelm: Israel - Ein Heiliger Überrest - und wir, Konkordanter Verlag Pforzheim, 1992 [32] Alfred Thomson Eade: Bibel Panorama. 7 Zeitalter des biblischen Heilswegs in 12 farbigen Darstellungen mit Exkursen zu den unterschiedlichen Evangelien (für Israel und die Nationen) und zum Zeitpunkt der Entrückung, Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg, 16. Auflage, 1996
[51] Arnd Bretschneider: Heilsgeschichtliche Schriftauslegung, Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg, Dillenburg, 2006 (Die Bibel heilsgeschichtlich lesen, verstehen und anwenden).
Martin C.R. Krüger: Schriftteilung - ein schreckliches Wort? aus seinem Buch Prüft alles, das Gute haltet fest.
Der Unterschied zwischen Israel und den Völkern von Karl Fr. Hering
Eine englische Graphik zum Thema findet sich hier.
"Die
zwei Heilslinien Gottes" von Gerhard Kringe.
E. W. Bullinger: Heilsgeschichtliche Entfaltung im Neuen Testament