Möchte man Handlungen von Menschen oder Unternehmen nachvollziehen, muss man wissen, was sie vorhaben, welches ihr Ziel ist. Auch um Gottes Handeln verstehen zu können, sollte man zunächst die Frage klären, welches Ziel sich Gott mit dieser Welt gesetzt hat
Dazu bleibt nur ein Weg: Die Lektüre der ältesten
"Unternehmenspublikation" der Welt, Gottes Heiliger
Schrift. Die Zieldefinition ist leicht zu finden, denn sie erscheint überall in diesem speziellen Buch:
Das Ziel Gottes ist, eines Tages von der Menschheit, Seiner Schöpfung, ausnahmslos und von ganzem Herzen geliebt und verehrt zu werden (Phil. 2:9-11, Röm. 14:11, Off. 4:11; 15:4).
Zwei Alternativen ergeben sich:
Die Erschaffung von Menschen, die mit dem Bösen nicht in Kontakt kommen und direkten Zugang zu Gott haben. Aber wie sollten sich diese Geschöpfe über diesen Zustand freuen können und Gott dankbar sein? Man kann sich über bestimmte Umstände doch nur dann richtig freuen, wenn man vorher wesentlich schlechtere Bedingungen erlebt hat. Folgerichtig bleibt nur eins [3]:
"Ich (Gott) bilde das Licht und erschaffe das Finstere, bewirke das Gute und erschaffe das Böse."(Jes 45:7); "Ich erschuf auch den Verderber, um zu verheeren" (Jes. 54:16). Denn das Erkennen von Gottes heiligen Eigenschaften setzt voraus, dass die Geschöpfe, die Ihn dafür lieben sollen, auch den Gegensatz zwischen Gut und Böse erlernt haben. Diese Erkenntnis wurde dem Menschen aber nicht angeschaffen, sondern sollte in ihm entwickelt werden. Woher aber hätte der Mensch den Gegensatz von Gut und Böse wissen können, wenn negative Umstände ("das Böse") nicht von außen an ihn herangetreten wären? Wie hätte dies ferner anders geschehen können, als durch das Übertreten eines Verbots? Und so veranlasste Gott, dass die ersten Menschen von dem "Baum, der klug macht" aßen (1. Mose 3:4), dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen - Er wußte natürlich, dass sie der Versuchung nicht widerstehen konnten. Denn es ist die Krankheit, die die Gesundheit angenehm macht, nur am Übel gemessen tritt das Gute in Erscheinung, am Hunger die Sättigung, an der Mühsal die Ruhe. Für Gott bilden diese Gegensätze also eine Einheit - für Gott sind alle Dinge gerecht und gut, da sie in Seinem Plan zielführend sind; Menschen mögen dagegen das eine für gerecht, das andere für schlecht halten. Wichtig ist ihnen aber, beides zu erleben.
Die Geschichte der Menschheit ist also ein gigantisches Lernprogramm, das jeden Einzelnen mit einbezieht und Schritt für Schritt die Schöpfung zu dem großen Ziel hinführt, "das All mit Sich [Gott] auszusöhnen" (Kol. 1:20). "Alles hat sich [dann Christus] untergeordnet" (1. Kor. 15:25-28, siehe auch Kol. 1:15-17; Eph. 1:9,10,20-23, Phil. 3:21). Dieses Leben hier ist also eine Zubereitung für alle Menschen, "damit in dem Namen Jesu sich jedes Knie beuge" und jede Zunge huldige:"Herr ist Jesus Christus, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters" (Phil. 2:11), was nur in Heiligem Geist möglich ist (1. Kor. 12:3). Wir können uns also fest auf "den lebendigen Gott verlassen, welcher der Retter aller Menschen ist"( 1. Tim. 4:10, siehe auch 1. Tim. 2:4). "Dieses weise an und lehre!" (1.Tim. 4:11). Warum hört man diese wirklich frohe Botschaft (=Evangelium) dennoch so selten?
Gott hat das Ziel mit dieser Welt also klar definiert. Ist Er aber auch in der Lage, es zu erreichen?
Gott hat also Großes mit Seiner Schöpfung vor. Ist Gott in der Lage, Seine Ziele zu erreichen? Von welchen Eigenschaften Gottes spricht die Bibel? Zwei in dieser Beziehung wichtige Eigenschaften (Kompetenzen) Gottes sind Allmacht und Liebe:
Allmacht ist biblisch gesehen nicht etwa nur die Möglichkeit der Machtausübung, sondern Allwirksamkeit. Es ist also nicht jene Macht, durch die Gott vieles nicht tut, was er könnte, sondern jene handelnde Kraft, durch die er machtvoll alles in allem wirkt.
"Alles, was Ihm gefällt, tut Er" (Ps. 115:3). "Er ändert Zeiten und Fristen, läßt Könige vergehen und läßt Könige aufstehen, gewährt den Weisen Weisheit und Erkenntnis den im Verständnis erfahrenen. Er enthüllt die tiefen und verborgenen Dinge..." (Dan 2:20-22).
"Ist irgendeine Sache zu schwierig für Jewe?" (1. Mose 18:14). Mitnichten! "Denn ich [Jesus] sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken!" (Mat. 3:9). Gott ist also "hoch erhaben über jede Fürstlichkeit und Obrigkeit, Macht und Herrschaft, auch über jeden Namen, der nicht allein in diesem Äon, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird" (Eph. 1:21 ff).
Gott reagiert nie, er allein ist souverän und völlig unabhängig in seiner Willensbildung. Er kann daher Seine Pläne ausführen, ohne dass er diese jemals korrigieren oder anpassen müsste. "Die früheren Dinge, siehe sie trafen ein! Und die neuen sage Ich an! Bevor sie sprossen, verkündige ich sie euch!" (Jes. 42:9). Ihm ist alles bekannt: "Der das Ohr gebildet hat, sollte Er nicht hören? Oder der das Auge geformt, sollte Er nicht erblicken?" (Ps. 94:9). "Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich!" (Lukas 1:37). Warum? "Weil Du [Gott] das All erschaffen hast und es durch und für Deinen Willen war und erschaffen ist" (Offb. 4:11). Er ist "ein Gott und Vater aller, der der über allen ist und durch alle und in allen wirkt." (Eph. 4:6). Gott lenkt also die Herzen der
Menschen "wie Wasserbäche" (Sprüche 21:1). Unser Leben verläuft
genau so, wie Gott es geplant hat. "Denn Gott ist es, der beides in euch bewirkt: das Wollen wie auch das Wirken nach Seinem Wohlgefallen" (Phil. 2:13).
Was bedeutet das? Dass der Mensch zwar denkt, aber Gott diese Gedanken lenkt. Es hängt bei Gott überhaupt nichts vom Menschen ab, denn Gott wirkt alles. Das beeinhaltet natürlich auch das, was wir als böse ansehen.
"Liebe ist aus Gott" (1. Joh. 4,7). Er ist die Quelle wahrer Liebe. "Gott ist Liebe" (1. Joh. 4:8). "Im Sohn Seiner Liebe" hat Gott das All erschaffen, das Sichtbare und das Unsichtbare (Kol. 1:13-17).
Als besonderen Beweis Seiner Liebe hat Er Seinen eigenen Sohn geopfert (Joh. 3:16; 15:13), als wir noch Sünder waren (Röm. 5:8). Warum war die Kreuzigung Jesu so ein eindrucksvoller Liebesbeweis Gottes an uns Menschen? "Gott hat Seinen Sohn nicht ausgesandt, dass Er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde" (Joh. 3:17). Was ist damit gemeint? Jesus hat alle sündigen Taten der gesamten Welt auf sich genommen (Joh. 1:29, 1. Joh. 2:2), d.h. auch die Sünde des Unglaubens. In den Briefen des Apostel Paulus wird das noch deutlicher: "Denn wenn wir, als wir Feinde waren [also als Ungläubige], mit Gott durch den Tod Seines Sohnes versöhnt wurden, wieviel mehr werden wir, nun versöhnt, in Seinem Leben gerettet werden!" (die sog. einseitige Allversöhnung Gottes mit der Welt; Röm. 5:10). Der Kreuzestod Jesu wird aber auch die Basis für die beidseitige Versöhnung (d.h. Aussöhnung) der Welt mit Gott sein (die sog. Allaussöhung; Kol. 1:20). "Demnach nun, wie es durch die eine Kränkung [Adams] für alle Menschen zur Verurteilung [zum Tod] kam, so kommt es auch durch den einen Rechtsspruch [durch Jesu Tod] für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens" (Rö. 5:18; 1. Kor. 15:22, Gal. 2:16). Welch ein tiefe Logik und wahre Gerechtigkeit! Genauso passiv wie durch Adam über jeden Menschen der Tod (und damit die Sünde) gekommen ist, wird dies durch einen anderen, nämlich Jesus, genauso passiv wieder getilgt. Dazu ist Gottes Sohn gestorben. Wie könnte Gott Seine Liebe stärker zum Ausdruck bringen?
Jeder, der ein großes Ziel erreichen möchte, macht sich einen Zeitplan mit möglichst klaren Zwischenzielen ("Meilensteinen"), um Ressourcen zeitrichtig einzuplanen.
Gott (der Vater) war aber als Schöpfer der Zeit (1. Mose 1:14) und Macher der Äonen (Heb. 1:2) in der einmaligen Lage, Anfang und Länge des zeitbehafteten Zustands festzulegen. Er allein ist der Unwandelbare (Jes. 41:4b; Jak. 1:17), Unvergängliche (1. Tim. 1:17) und besitzt allein die Vorkenntnis über die Zukunft (Apg. 2:23; Jes. 46:10). Ihm erscheint der Lauf der Zeit vielleicht wie ein aufgerollter Film, dessen einzelne Bilder Er selbst erschaffen hat.
Wozu hat Gott eigentlich den zeitbehafteten Zustand geschaffen? Mit dem Begriff Zeit definieren wir das Maß der Veränderung, der alles hier auf der Erde unterworfen ist. Aus Gottes Perspektive sind Veränderungen nur dann nötig, wenn der optimale Zustand noch nicht erreicht ist. Folglich wird der momentane, uns so vertraute veränderliche Zustand nicht mehr "nötig" sein, wenn Er mit Seiner Schöpfung zum Ziel gekommen ist (Röm. 8:21).
Während dieser Zustand jedoch noch in ferner Zukunft liegt, liegt die Schaffung der Zeit lange in der Vergangenheit. Der zeitlose Zustand davor wird in der Bibel "vor den Äonen" (1. Kor. 2:7; 2. Tim. 1:9; Titus 1:2) genannt.
Danach hat Gott die Zeit an Veränderungen der herrschenden grundlegenden Ordnungen eingeteilt, Sein Wort spricht von jeweils anderen Äonen. In Eph. 3:11 lesen wir von einem Plan (Vorsatz) der Äonen (griechisch aion, ein Urtextwort, das oft mit Zeitalter, Welt oder fälschlicherweise mit Ewigkeit/Endlosigkeit übersetzt wird).
Die Anzahl der Äonen wird in der Bibel nicht genannt, deshalb gibt es darüber unterschiedliche Ansichten. Sicher ist, dass nach dem momentanen Äon mehr als ein Äon folgt, denn Eph. 2:7 spricht von "kommenden Äonen". Da zwei Äonen wohl durch ein Gericht abgegrenzt werden, kann mindestens von folgenden Äonen ausgegangen werden [3, 20, 21]:
| Bezeichnung | Ende |
| Die ehemalige Welt (2. Petrus 2:5, 3:6) | Flut (1.Mose 7,4; 2. Petrus 2:5, 3:6) |
| Der
nunmehrige Äon (1. Tim. 6:17; 2. Tim. 4:10; Tit. 2:12) Dieser Äon (2. Kor. 4:4; Eph. 2:2; Gal.1:4) Diese Welt (Joh. 8:23) |
Tag des
Zorns (Off. 4-19; Mat. 24; 2. Thess. 1:7-10) |
| Der
zukünftige oder kommende Äon (Eph. 1:21; Heb. 6:5; Luk.18:30; Mk. 10:30; Mt. 12:32): Das 1000-jährige Königreich Christi auf Erden (Off. 11:15; 20:1-6) |
Großer
weißer Thron (Off. 20:11-15) Letzter Tag (Joh. 12:47-50) Himmel und Erde im Feuergericht (2. Pet. 3:7-12) |
| Neue Himmel und eine neue Erde (2. Petrus 3:13; Offb. 21:1; Jes. 65:17; 2. Kor. 12:2) Der Abschluss der Äonen (Heb. 9:26; 1. Kor.10:11) Die Vervollständigung der Fristen (Eph. 1:10) Der Äon der Äonen (Eph. 3:21) Der Äon des Äons (Heb. 1:8; Ps.10:16) Äonisches Leben oder Zweiter Tod (Joh. 6:40, 8:51, Off. 20:13-15) |
Abschluss:
GOTT IST ALLES IN ALLEN Der Tod ist aufgehoben - alle Menschen leben (1. Kor.15:28; Röm. 11:36) |
Weitere Unterteilung: siehe hier.
Mit "Welt" wird das griechische Kosmos übersetzt, was die Grundbedeutung von "geordnetes System" hat. Es kann also von der gleichen Erde die Rede sein, auf der unterschiedliche (Gesellschafts-) Ordnungen bzw. Systeme herrschen. Mit Eph 2:2 wird "Welt" einem Äon gleichgesetzt; es gibt einen "Äon dieser Welt" wie auch einen der letzten Welt.
Das zu Aön gehörige Adjektiv "äonisch" (aionion) weist natürlich ebenfalls auf einen begrenzten Zeitraum hin, es betrifft Äonen. Das äonische Leben (statt der verfälschenden Übersetzung "ewiges" Leben) ist zukünftig (Titus 1:2; 3:7; Mrk. 10:30) und zeitlich begrenzt. Das Ende des äonischen Lebens bedeutet aber nicht Tod, da dieser dann aufgehoben sein wird (siehe auch Exkurs Tod und Sterben).
Zur Verdunklung des Zeitplans Gottes haben ganz wesentlich ungenaue Bibelübersetzungen beigetragen, insbesondere durch die willkürliche Übersetzung von "Aion" (u.a. mit Ewigkeit, Zeitalter, Welt, Weltzeit, usw.). Weil es keine ausreichende Entsprechung für "Aion" bzw. "aionion" im Deutschen gibt, haben genaue Übersetzungen nicht übersetzt, sondern mit "Äon" bzw. "äonisch" das Ursprungswort lediglich eingedeutscht und damit für jeden Leser Transparenz geschaffen.
In der Bibel werden Anweisungen gegeben und Lebensordungen beschrieben, die heute in der Gemeinde nicht mehr gelten (Matth. 23:3; 2. Mose 20:8-11; 4. Mose 15:32-36), andere, die heute für die Gemeinde maßgebend sind (Kol. 2:16; Röm. 10:4, 14:5,6; Eph. 2:14f), und solche, die heute noch nicht gelten können (Jes. 11:6; Offb. 20-22). Das ist eigentlich klar, denn kein Christ würde heute auf die Idee kommen, auf die Anwendung der Speisegesetze des AT zu pochen.
Während es aber noch unmittelbar einleuchtend ist, dass wir nicht jüdische Rituale nachzuvollziehen haben, wird viel durcheinander gebracht, wenn Anweisungen (z.B. aus den Evangelien), die den nächsten Äon (das 1000-jährigen Reich) betreffen und Israel gelten, auf unsere heutige Zeit bezogen werden [15, 32]. Denn die Unterschiede sind gravierend:
Ein menschlicher Manager ist auf seine Mitarbeiter angewiesen, ja sogar abhängig. Er benötigt Menschen, die in der Lage sind, die Pläne umzusetzen. Die Fähigkeit, die richtigen Mitarbeiter zu finden, ist erfolgsentscheidend für die gesamte Unternehmung.
Gott dagegen hat jeden Menschen selbst erschaffen und mit individuellen Fähigkeiten ausgestattet, von denen viele selbst wahrscheinlich nicht einmal etwas ahnen. Gott sucht demnach nicht Mitarbeiter, Gott ordnet Aufgaben zu. Welche Aufgaben hat Gott nun welchen Mitarbeitern zugeordnet?
Die Aufgabenzuteilung wird in der Bibel Auserwählung (oder Erwählung) genannt. So wurde Christus als Erster von Gott "ausgewählt", um alle anderen zu retten (Luk. 23:35). Jeremia wurde vor seiner Geburt erwählt, den Nationen ein Prophet zu sein (Jer. 1:5), was auch zeigt, dass eine Erwählung nicht verdient werden kann ("nicht aber aus Werken, sondern aus Ihm, der beruft", Rö 9:11). Dies ist der Grundsatz "pars pro toto", der aussagt, dass ein Teil von dem Schöpfer erwählt wird, um das Ganze zum Ziel zu führen (nach Vischer [11]), bzw. das "Prinzip der progressiven Ausweitung des Heilsgeschehens" (nach Jukes).
Gottes Schöpfung wird in der Bibel in zwei Bereiche geteilt ("in den Himmeln und auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare", Kol. 1:16; Phil. 2:10). Entsprechend wurden auch zwei Gruppen von Menschen ausgewählt, um ihnen Gottes Wort zu bringen. Die Botschaft Gottes (auch "Evangelium"=Wohlbotschaft) an die erwählten Mitarbeiter unterscheidet sich dann auch vor allem aufgrund der unterschiedlichen künftigen Aufgaben. Gemeinsam ist ihnen lediglich der zukünftige Wirkzeitraum. Die beiden Gruppen sind das Volk Israel (für die Menschen auf der Erde) und die herausgerufene Gemeinde, der Körperschaft Christi (Kol. 1:18, Eph. 1:22 - mit dem besonderen Wirkungsbereich im Himmel) [6, 12, 13, 14]:
Israel wurde als Volk aus vielen Völkern erwählt, obwohl es das geringste unter allen Völkern ist (5. Mose 7:6-8), um die Verheißungen an Abraham auszuführen "alle Nationen auf Erden zu segnen" (1. Mose 12:3). Jesus kam viel später auf die Erde, um Sein Volk Israel auf diese große Aufgabe vorzubereiten. So weist Jesus die Zwölfe an: "Geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel ... heroldet und sagt: Genaht hat sich das Königreich"(Matth. 10:6), so wie Jesus selbst "lediglich zu den verlorenen Schafen vom Hause Israels gesandt" wurde (Matth. 15:24). Israel jedoch hat sich nicht lernbereit gezeigt, denn "Gott gibt ihnen einen Geist der Betäubung, Augen die nicht erblicken..." (Rö. 11:8) und hat Jesus sogar ermordet. Wurde ihm deshalb die Verheißung wieder genommen? "Möge das nicht gefolgert werden!" (Rö. 11:1)! Der Anbruch des Königreichs hat sich also nur verschoben.
Nur eine kleine Schar allerdings, eine "Auswahl aus Israel"(Rö 11:7), konnte Gott glauben, "denn nicht alle, die aus Israel, diese sind Israel" (Rö. 9:6) und somit die Verheißung des äonischen Lebens erhalten, "auf das jeder, der an Ihn glaubt, nicht umkomme, sondern äonisches Leben habe" (Joh. 3:18). Das äonische Leben für diese Auswahl beginnt nach der Auferstehung (Joh. 6:40,54), denn "viele so unter der Erde schlafen, werden aufwachen: etliche zum äonischen Leben, etliche aber zu äonischer Schmach und Schande" (Dan 12:2) und betrifft den kommenden Äon ("im kommenden Äon äonisches Leben", Mrk. 10:30), dort werden sie "Priester Gottes und des Christus sein und werden herrschen mit Ihm tausend Jahre" (Offb. 20:6). Das Evangelium, das dem gläubigen Teil des Volkes Israel gilt, ist das "Evangelium der Beschneidung" (Gal 2:7), dessen Apostel Petrus ist. Petrus spricht die Empfänger seiner Briefe folglich auch an mit: "Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation" (1.Petr. 2:9). Neben den sog. Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) sind auch die Briefe an die Hebräer, Jakobus, 1.,2. Petrus, 1.-3. Johannes und Judas insbesondere an die Auswahl aus Israel geschrieben. Die Inhalte dieses Evangeliums sind hier tabellarisch zusammengefasst.
Die herausgerufene Gemeinde wurde schon vor dem Niederwurf der Welt auserwählt (Eph 1:4, 2. Thess. 2:13). Dennoch blieb ihre Aufgabe und Gottes großes Ziel mit Seiner Schöpfung (die Allaussöhnung durch Christus) lange Zeit verborgen, die Bibel spricht von einem Geheimnis. Erst Paulus wurde dies direkt von Gott "enthüllt" (Eph. 3:2-6), folglich wird dieses "Evangelium der Unbeschnittenheit" (Gal 2:7) nur in den Briefen des Apostel Paulus verkündet. Nach diesem speziellen Auftrag an Paulus begann Gott mit der Berufung der Mitglieder der herausgerufenen Gemeinde. Die Aufgabe der herausgerufenen Gemeinde ist vor allem, Gott den Geschöpfen des Überhimmels wie auch den Mitmenschen bekannt zu machen, jetzt (Eph. 3:10) und "in den herankommenden Äonen den alles übersteigenden Reichtum Seiner Gnade" (Eph. 2:5-7). So fragt Paulus: "Wisst ihr nicht, dass wir Boten [traditionell übersetzt mit Engel] richten [zurechtbringen] werden?"(1.Kor 6:3). Unsere Erwartung ist uns also "aufbewahrt in den Himmeln" (Kol. 1:5), während die Gläubigen aus Israel eine irdisch bezogene Aufgabe erwarten. Diese Aufgaben führen wir während des "äonischen Lebens" (1.Tim.6:12) aus, das mit der Entrückung beginnt, die aber schon vor der Auferstehung der Israeliten stattfindet, die Bibel spricht deswegen von einer "früheren Erwartung" (Eph. 1:12).
Die Inhalte beider Evangelien (für Israel zum einen, für die herausgerufene Gemeinde zum anderen) differieren erheblich [32]. Ein wesentlicher Unterschied ist, das die Christen nach Jesu Tod das Gesetz nicht mehr haben, das Israel gegeben wurde (Rö. 2:14). Ein Vermischen des neuen, nur Paulus geoffenbarten Evangeliums, mit der "alten" nur Israel geltenden Wohlbotschaft verurteilt Paulus scharf ("...in den Bann getan sei er", Gal. 1:9). Leider ist die Aufforderung zur Trennung ("richtig schneide das Wort Gottes!", 2. Tim. 2:15) schon bald nach Paulus verschüttet worden. Statt des uns angehenden Evangeliums werden oft leicht verständliche Geschichten des Alten Testaments und des Jesus von Nazareth recht willkürlich auf die heutige Zeit übertragen, obwohl Gottes Ziele mit den Menschen (und damit Seine Anweisungen) damals ganz andere waren als heute.
Aufgrund der Tatsache der Auserwählung ist auch verständlich, dass heute Menschen nicht von sich aus zum Glauben kommen können. Gott allein handelt - Rö 6:23 beispielsweise sagt deutlich, dass das äonische Leben (zu dem auserwählt wird) eine Gnadengabe ist (also ein Geschenk Gottes ist, d.h. der Mensch kann nichts dazu beitragen). Letztlich werden ja auch alle Menschen errettet werden, zwar sind die Wege dorthin sehr unterschiedlich und individuell, das Ende (Gott ist mit allen ausgesöhnt, Kol. 1:20) jedoch für alle gleich. Wie könnte es auch anders sein? Gibt es denn Menschen, die besser sind als andere? Keinesfalls, "denn da ist kein Unterschied; denn alle sündigten und ermangeln der Herrlichkeit Gottes" (Rö. 3:23)!
Eine Unternehmenspublikation, Pflicht bei großen Unternehmen ( z.B. AGs), ist eine Dokumentation von Unternehmenszielen und vorhandener Ressourcen an Kapital und Mitarbeitern. Kernkompetenzen und Strategien werden erläutert.
In diesem Sinn ist die Bibel die älteste Unternehmenspublikation der Welt. Doch darüber hinaus besitzt sie eine herausragende Bedeutung als Kommunikationsmedium:
Gott (und auch Jesus) hat dabei nie selbst Schriftrollen beschrieben, sondern Menschen damit beauftragt. Dies war nicht etwa eine "Diktatinspiration" unter Ausschaltung des Verstandes und Bewusstseins der Verfasser, sondern das unergründliche, aber erfahrbare Wirken des Geistes Gottes (2.Pet. 1:21).
Die Bibel ist also "gottgehaucht" (2.Tim. 3:16) und kann nur deswegen beim gläubigen Hören der Bibel ganz individuell weiterwirken. Wie beim Autor ist dazu aber auch beim Leser der heilige Geist als Mittler notwendig, der das gelesene Wort in die ganz persönliche Kommunikation Gottes mit dem Leser umwandelt (1. Kor. 2:6-10).
Da nur Gläubige den Geist Gottes haben, kann nur von ihnen dieser Prozess erlebt werden. Nur sie erfahren, dass die Bibel Gottes Wort ist (1.Kor. 2:14).
Besonders wichtig ist daher, dass eine möglichst genaue Übersetzung der Worte Gottes verwendet wird.
Alle Bibelzitate enstammen dem "Konkordanten Neuen Testament" bzw. konkordanten Übersetzungen von Teilen des Alten Testaments.